Zum Reformationsjahr 2017, in dem sich viele christliche Kirchen an ihre Ursprünge, ihre Wege und Umwege und auch an ihre Ziele und Vorhaben erinnern, initiiert der Christinnenrat ein internetbasiertes ökumenisches Projekt aus der Perspektive von Frauen.

Mit dem Motto „Reformation ist überall″ sind Frauen eingeladen, in Anlehnung an den Thesenanschlag Martin Luthers ein Foto von sich alleine, zu zweit oder einer Frauengruppe vor einer Kirchentüre einzusenden. Auf einem Plakat wird der Halbsatz vervollständigt: „Eine frauengerechte Kirche ist für uns, wenn…″.

Vor dem Hintergrund der vielen unterschiedlichen Veranstaltungen und Großprojekte, die sich auf die historisch bedeutsamen Orte des Reformationsgeschehens konzentrieren, möchte dieses Projekt zu der Sichtweise beitragen, dass letztlich jede Kirche immer wieder neu der Reform bedürftig ist. Da die Perspektive von Frauen in den verschiedenen christlichen Kirchen immer wieder zu wenig beachtet wurde und wird, möchte dieses Projekt eine unverzichtbare Perspektive deutlich machen und mit dieser einen Beitrag leisten.

Geplant ist zurzeit, die entstandenen Bilder und Aussagen (in einer dem Rücklauf entsprechenden Form) in Veranstaltungen zum Reformationsjahr (u.a. ökumenischer Frauengottesdienst beim DEKT und während der Weltausstellung in Wittenberg) und/oder im Kontakt mit Kirchenleitungen aufzugreifen.

Die Schirmfrau des Projektes ist die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 Professorin Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann, die das Projekt sehr begrüßt und begleiten wird.

Ziele

  • Reformatorische Anliegen werden aus der Perspektive von Frauen gesehen.
  • Reformation wird ein Anliegen von allen christlichen Kirchen.
  • Die ökumenische Zusammenarbeit wird gestärkt.
  • Die Erneuerung der Kirchen im Geist ökumenischer Offenheit wird gefördert.
  • Themen der Geschlechtergerechtigkeit werden eingebracht.
  • Kontakte im Christinnenrat werden intensiviert.
  • Neue Medien erweitern den Blick auf ein „altes″ Thema.
  • Die Ergebnisse werden in entsprechende Veranstaltungen der Kirchen eingespeist.

Zeitplan

  • 01.09. bis 31.10.2016: Vorbereitungsphase / fließender Start:
    Ankündigung in allen Mitgliedsorganisationen; Fotos können eingestellt werden und in der Bildergalerie angesehen werden
  • 31.10.2016, Reformationstag:
    offizieller Auftakt, u.a. mit Pressemitteilung
  • vom Reformationstag 2016 bis zum Deutschen evangelischen Kirchentag 2017: Durchführungsphase:
    (weitere) Fotos können eingestellt werden und in der Bildergalerie angesehen werden
  • 24. bis 28.05.2017, 36. Deutscher evangelischer Kirchentag, Berlin und Wittenberg: Ende des Projektes; bis Ende Juni können noch neue Fotos eingestellt werden
  • anschließend: Auswertung der Aussagen
  • Präsentation der Ergebnisse und Fotos innerhalb der  Themenwoche „Familie, Lebensformen und Gender″ (09. bis 13.08.2017) im Rahmen der Weltausstellung in Wittenberg:
    • 10.-12. August: Präsentation der Ergebnisse des Projektes im Foyer des Bugenhagenhauses
    • 12. August, 14:00 Uhr bis 14:45 Uhr vor der Schloßkirche: Diskussion der Ergebnisse mit Prof. Dr. Margot Käßmann
      Handzettel: Präsentation der Ergebnisse des Projektes „Reformation ist überall – FrauenPerspektiven“

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 Hier finden Sie unsere Pressemitteilungen zum Projekt „Reformation ist überall″ – FrauenPerspektiven.

01. September 2016

„Reformation ist überall – FrauenPerspektiven″

Margot Käßmann ist Schirmfrau für neues Projekt des Christinnenrates

Düsseldorf, 01. September 2016 – Zum Reformationsjahr 2017 hat der Christinnenrat das internetbasierte ökumenische Projekt „Reformation ist überall – FrauenPerspektiven″ initiiert, das heute offiziell startet. Die Schirmfrauschaft hat Dr. Margot Käßmann inne, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland für das Reformationsjubiläum.

Das Projekt lädt Frauen ein, auf einem Plakat den Halbsatz „Eine frauengerechte Kirche ist für uns / für mich, wenn…″ zu vervollständigen. Mit dem Plakat machen die Teilnehmenden in Anlehnung an den Thesenanschlag Martin Luthers ein Foto von sich vor einer Kirchentür und laden es in eine Online-Bildergalerie hoch.

Maria Theresia Opladen, Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd): „Die kfd setzt sich seit langem für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Frauen und Männern in unserer Kirche ein. Das bedeutet, dass Frauen in der Kirche auch leitende Ämter, Dienste und Aufgaben übernehmen. Dies gilt im Besonderen für alle schon heute kirchenrechtlich möglichen Führungspositionen.″

Mit dem Projekt „‘Reformation ist überall‘ – FrauenPerspektiven“ will der Christinnenrat darauf aufmerksam machen, dass sich jede Kirche immer wieder reformieren muss. Das sieht auch Susanne Kahl-Passoth, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD), so. Daher solle gleichzeitig verdeutlicht werden, dass die Perspektive von Frauen in den christlichen Kirchen noch zu wenig beachtet werde, aber unverzichtbar sei:

„Wir sind überzeugt, dass die christlichen Kirchen ihren Auftrag nur erfüllen können, wenn dabei die Sichtweisen, Erfahrungen und Kenntnisse von Frauen gleichberechtigt zum Tragen kommen.″

Geplant ist, die aufgenommenen Bilder und Aussagen in Veranstaltungen zum Reformationsjahr und im Kontakt mit Kirchenleitungen aufzugreifen.

01. September 2016

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25. Oktober 2016

Margot Käßmann: „Bei allen Feierlichkeiten zur Reformation darf die Perspektive von Frauen nicht zu kurz kommen″

Schirmfrau Käßmann ruft zur Teilnahme an Webprojekt des Christinnenrats auf

Düsseldorf, 25. Okt. 2016 – Dr. Margot Käßmann ist Schirmfrau des webbasierten Foto-Projekts „Reformation ist überall – FrauenPerspektiven″, das der ökumenische Christinnenrat zum Reformationsjahr 2017 initiiert hat. Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland für das Reformationsjubiläum, ruft Frauen wie Männer zur Teilnahme auf:

„Als Schirmfrau des Projektes bin ich tief davon überzeugt, dass die christlichen Kirchen in ihrer Vielfalt ihren Auftrag nur erfüllen können, wenn dabei die Sichtweisen, Erfahrungen und Kenntnisse von Frauen gleichberechtigt zum Tragen kommen.″

Demnach hätten Frauen mit Engagement und Leidenschaft in den christlichen Kirchen seit Beginn der Reformation den Weg des Glaubens und die Suche nach Gott mitgeprägt.

„Ihr Einsatz und ihr Engagement wurden oft nicht genügend gewürdigt und hatten strukturell zu wenige Konsequenzen. Bei allen Feierlichkeiten, Gedenken und Gottesdiensten zum Reformationsjubiläum darf und kann die Perspektive von Frauen der multilateralen Ökumene nicht zu kurz kommen oder gar fehlen″, so Käßmann weiter.

Um diese „FrauenPerspektiven“ sichtbar zu machen, vervollständigen Teilnehmende im Rahmen des Projekts auf einem Plakat den Halbsatz „Eine frauengerechte Kirche ist für uns / für mich, wenn…″. Damit machen sie – in Anlehnung an den Thesenanschlag Luthers – ein Foto von sich vor einer Kirchentür und laden es in eine Online-Bildergalerie hoch. Einige Vorstände der im Christinnenrat organisierten Verbände haben bereits ihre Bilder eingestellt.

Für eine sichtbare Einheit der Kirche sieht der Christinnenrat keine Alternative, als konsequent den Weg zu einer versöhnten Verschiedenheit der Kirchen weiterzugehen. Damit teilt er die Ziele der Charta Oecumenica (Leitlinien für die wachsende Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa): „Ökumenisches Handeln muss sich auch daran orientieren, in wieweit es ungerechte Strukturen zwischen den Geschlechtern verfestigt oder Geschlechtergerechtigkeit befördert.″ (Ökumenische Leitsätze des CR)

25. Oktober 2016

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12. August 2017

„Alle Getauften sind Priester, Bischof, Papst – Frauen also auch“

Christinnenrat stellt gemeinsam mit Schirmfrau Margot Käßmann Online-Projekt ‚Reformation ist überall‘ - Frauenperspektiven in Wittenberg vor

Ein halbes Jahrtausend nach Beginn der Reformation wehe noch immer patriarchaler Geist durch die christlichen Kirchen, würden die Religionen von Männern beherrscht. Zu diesem Ergebnis kommt Reformationsbotschafterin Margot Käßmann, die als Schirmfrau das Projekt „Reformation ist überall – Frauenperspektiven“ in Wittenberg vor der Schlosskirche am heutigen Samstag vorstellte. „Noch immer dominieren Männern in gewaltigen Gewändern das Bild von Kirche“, urteilt Käßmann. „Das ist ein Jammer.“

Männliche und weibliche Qualitäten würden in Kirche gebraucht und sie würden von Frauen und Männern eingebracht. „Erst wenn Männer den Kuchen backen für die Gemeindeversammlung und Frauen bei ihnen die Kinder für den Nachmittag abgeben, hat sich etwas geändert.“ Schirmfrau Käßmann erinnerte an die Reaktionen, als vor 25 Jahren Maria Jepsen zur ersten lutherischen Bischöfin weltweit wurde. „Dabei war das doch nur die Fortführung von Luthers theologischer Erkenntnis, dass alle Getauften Priester, Bischof, Papst sind.“ Es sei somit heute ein Zeichen von Reformation, dass Frauen auf allen kirchlichen Leitungsebenen vertreten sind.

Doch nicht in allen christlichen Kirchen sind Frauen zu allen kirchlichen Ämtern zugelassen, auch in Deutschland nicht. Dies jedoch gehört zu den meistgenannten Wünschen der Teilnehmenden des Projektes ‚Reformation ist überall‘. „Das ist mehr als verständlich“, sagt Brigitte Vielhaus, Theologin im Vorstand des Christinnenrates. „Für viele ist und bleibt genau das die entscheidende Frage nach Geschlechtergerechtigkeit und somit auch nach der gleichen Würde von Frauen und Männern.“

Das Projekt ‚Reformation ist überall‘ - Frauenperspektiven startete im vergangenen Herbst. Um heutige Frauen-Perspektiven sichtbar zu machen, vervollständigten Teilnehmende auf einem Plakat den Halbsatz „Eine frauengerechte Kirche ist für mich, wenn...“. In Anlehnung an den Thesenanschlag Luthers machten die Teilnehmenden mit diesem Plakat ein Selfie vor einer Kirchentür und stellten es auf der Projekt-Website online.

Mit dem in Wittenberg vorgestellten Projekt ‚Reformation ist überall‘ – Frauenperspektiven macht der Christinnenrat im Reformations-Jubiläumsjahr darauf aufmerksam, dass jede Kirche sich immer wieder reformieren muss. Acht Thesen, was unsere Kirchen heute brauchen, hat der Christinnenrat dazu aufgestellt:

Unsere Kirchen brauchen ...

  • die Gaben, Fähigkeiten und Berufungen von Frauen
  • eine inklusive Sprache
  • die Vielfalt von Gottesbildern und von Gottesdienstformen
  • Frauen auf allen Leitungsebenen
  • Frauen in allen kirchlichen Ämtern
  • die Erkenntnisse feministischer Theologien
  • eine geschlechtergerechte Verteilung finanzieller Ressourcen
  • den Einsatz für gerechte Lebensbedingungen weltweit

 

12. August 2017

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